Selbsttest Alkohol: Wie riskant ist mein Trinken?
Zehn Fragen, etwa drei Minuten, sofort ausgewertet. Der Selbsttest beruht auf dem AUDIT der Weltgesundheitsorganisation und zeigt, ob Ihr Alkoholkonsum risikoarm ist oder ob ein genauerer Blick lohnt. Anonym, ohne Anmeldung und ohne Speicherung.
Viele Menschen fragen sich irgendwann: Ist mein Trinken noch normal? Das Feierabendbier, der Wein am Wochenende, die Runden auf Feiern, all das gehört für viele dazu. Wo genau der Übergang zu riskantem Konsum liegt, ist im Alltag schwer zu erkennen. Ein standardisierter Fragebogen hilft, das eigene Trinken ehrlich einzuordnen. Dieser Selbsttest nutzt den AUDIT, den Ärztinnen, Ärzte und Beratungsstellen weltweit verwenden. Er ersetzt keine Diagnose, gibt Ihnen aber eine erste, fundierte Orientierung.
Was ein Glas ist
Einige Fragen beziehen sich auf die Zahl der Gläser. Gemeint ist ein Standardglas. In der deutschen Fassung des AUDIT entspricht ein Glas etwa 0,33 Liter Bier, 0,25 Liter Wein oder Sekt oder 2 Zentiliter Spirituosen. Wer aus großen Gläsern trinkt, Starkbier oder hochprozentige Mischgetränke bevorzugt, sollte entsprechend mehr Gläser zählen. Ein Liter Bier etwa entspricht drei Gläsern, eine Flasche Wein drei Gläsern.
Antworten Sie so, wie es im Durchschnitt der letzten zwölf Monate war, nicht so, wie es in einer besonders guten oder besonders schlechten Woche aussah. Im allgemeinen schätzen Menschen ihren eigenen Konsum eher zu niedrig ein. Wer unsicher ist, wählt im Zweifel die höhere Antwort. Niemand sieht Ihre Antworten außer Ihnen, und Sie können den Test beliebig oft ausfüllen und auswerten.
Der Test
Ihr Ergebnis: 0 von 40 Punkten
Geringes Risiko
Nach diesem Test ist Ihr Alkoholkonsum risikoarm. Das ist ein gutes Zeichen. Trotzdem gilt: Alkohol ist nie ganz ohne Risiko. Mehrere alkoholfreie Tage pro Woche und Verzicht in bestimmten Situationen, etwa im Straßenverkehr, in der Schwangerschaft, bei der Arbeit oder zusammen mit Medikamenten, bleiben sinnvoll.
Riskanter Konsum
Ihr Ergebnis weist auf einen riskanten Alkoholkonsum hin. Das heißt noch nicht, dass Sie abhängig sind, aber das Risiko für gesundheitliche und soziale Folgen ist erhöht. Jetzt ist ein guter Zeitpunkt, weniger zu trinken. Hilfreich sind feste alkoholfreie Tage, eine Obergrenze pro Anlass und ein Gespräch mit der Hausarztpraxis. Kostenlose Unterstützung gibt es auch bei Suchtberatungsstellen.
Schädlicher Konsum wahrscheinlich
Ihr Ergebnis weist darauf hin, dass Ihr Trinken Ihnen bereits schadet oder schaden kann. Wir empfehlen Ihnen dringend ein Gespräch mit Ihrer Hausarztpraxis oder einer Suchtberatungsstelle. Dort lässt sich klären, wie es Ihnen geht und welche Unterstützung passt. Die Beratung ist kostenlos und vertraulich. Wenn Sie beim Verzicht Zittern, Schwitzen oder Unruhe bemerken, hören Sie nicht allein und plötzlich auf, sondern lassen Sie sich ärztlich begleiten.
Hinweis auf eine mögliche Abhängigkeit
Ihr Ergebnis ist ein deutlicher Hinweis auf eine mögliche Alkoholabhängigkeit. Bitte lassen Sie das ärztlich abklären. Wichtig: Wenn Sie beim Verzicht Zittern, Schwitzen, Unruhe oder Übelkeit bemerken, hören Sie nicht allein und plötzlich auf. Ein Alkoholentzug gehört in ärztliche Begleitung. Suchtberatungsstellen helfen Ihnen kostenlos und vertraulich weiter.
Dieses Ergebnis ist keine Diagnose. Weitere Informationen und Kontakte finden Sie weiter unten auf dieser Seite.
So wird ausgewertet
Für jede Antwort gibt es Punkte. Bei den ersten acht Fragen sind es null bis vier Punkte je nach Häufigkeit oder Menge, bei den letzten beiden Fragen null, zwei oder vier Punkte. Insgesamt sind bis zu 40 Punkte möglich. Die Weltgesundheitsorganisation teilt die Ergebnisse in vier Bereiche ein:
- 0 bis 7 Punkte: geringes Risiko
- 8 bis 15 Punkte: riskanter Konsum
- 16 bis 19 Punkte: schädlicher Konsum wahrscheinlich
- 20 bis 40 Punkte: Hinweis auf eine mögliche Abhängigkeit
Ab 8 Punkten gilt ein Ergebnis als auffällig. Für Frauen und ältere Menschen, die Alkohol im Körper weniger gut vertragen, werden in der Fachliteratur teilweise niedrigere Grenzwerte verwendet. Wer knapp unter 8 Punkten liegt, sollte das Ergebnis deshalb nicht als Freibrief verstehen. Die ersten drei Fragen betreffen im wesentlichen die Trinkmenge, die Fragen vier bis sechs Anzeichen einer Abhängigkeit und die letzten vier Fragen Folgen des Trinkens.
Was der Test kann und was nicht
Der AUDIT ist ein gut untersuchtes Suchinstrument. Er erkennt riskantes und schädliches Trinken zuverlässig und wird deshalb in Leitlinien für Hausarztpraxen empfohlen. Er stellt aber keine Diagnose. Ob eine Abhängigkeit vorliegt, klären Ärztinnen, Ärzte oder Fachkräfte der Suchthilfe im Gespräch, unter Berücksichtigung der gesamten Lebenssituation, körperlicher Befunde und weiterer Faktoren.
Wichtig ist ob Sie ehrlich antworten. Ein Test, den man sich schönrechnet, hilft niemandem. Umgekehrt muss ein auffälliges Ergebnis keine Panik auslösen. Es ist eine Einladung, genauer hinzusehen. Menschen die den Test zum ersten mal machen, sind des öfteren überrascht, weil ihnen erst beim Beantworten auffällt, wie oft sie trinken oder wie häufig sie nach einem Abend Schuldgefühle haben.
Auch ein niedriges Ergebnis bedeutet nicht, dass Alkohol unbedenklich ist. Es gibt keine Menge, die für alle Menschen sicher ist. In bestimmten Situationen gilt ohnehin null Promille: im Straßenverkehr, bei der Arbeit an Maschinen, zusammen mit vielen Medikamenten und in der Schwangerschaft. Mehr dazu auf der Seite Alkohol in der Schwangerschaft.
Weniger trinken: was hilft
Wer riskant trinkt, kann seinen Konsum oft aus eigener Kraft verringern. Bewährt haben sich feste alkoholfreie Tage, eine Obergrenze pro Anlass, alkoholfreie Alternativen, langsames Trinken und Wasser zwischendurch. Hilfreich ist ein Trinktagebuch, in dem man für einige Wochen notiert, wann, wie viel und in welcher Situation getrunken wurde. So wird sichtbar, wo Gewohnheiten liegen. Wer trinkt um Stress, Ärger oder Einsamkeit zu bewältigen, profitiert davon, andere Wege zu suchen, etwa Bewegung, Gespräche oder feste Rituale zum Feierabend.
Ob es gelingt, zeigt sich ob die selbst gesetzten Grenzen über mehrere Wochen eingehalten werden. Wenn das trotz ernsthafter Versuche nicht klappt, ist das kein persönliches Versagen, sondern ein Zeichen, dass Unterstützung sinnvoll ist. Die Frage ob eine körperliche Abhängigkeit besteht, sollte ärztlich geklärt werden, bevor jemand mit dem Trinken aufhört. Wer beim Verzicht Zittern, Schwitzen oder starke Unruhe bemerkt, braucht ärztliche Begleitung. Warum, erklärt die Seite Alkoholentzug. Im übrigen bietet das BIÖG auf kenn-dein-limit.de weitere Tests und Tipps zum Reduzieren.
Hilfe
Erste Ansprechpartner sind die Hausarztpraxis und Suchtberatungsstellen. Beide beraten vertraulich, die Beratungsstellen kostenlos und auf Wunsch anonym. Dort können Sie über Ihr Ergebnis sprechen, gemeinsam Ziele festlegen und herausfinden, welche Unterstützung zu Ihnen passt, vom Kurzgespräch bis zur Behandlung. Allgemeine Informationen zu Formen, Folgen und Behandlung finden Sie auf der Seite Alkoholsucht. Angehörige, die sich Sorgen um einen anderen Menschen machen, finden Unterstützung auf der Seite Unterstützung für Angehörige.
Quellen und Stand
- Weltgesundheitsorganisation: AUDIT, The Alcohol Use Disorders Identification Test (2001) (Fragebogen, Auswertungsbereiche)
- Bundesärztekammer: AUDIT, deutsche Fassung mit Auswertung (Fragen, Standardglas, Grenzwert 8)
- DGPPN: Kurzfassung der S3-Leitlinie alkoholbezogene Störungen (Screening mit dem AUDIT)
- BIÖG: kenn-dein-limit.de (Tipps zum Reduzieren)
Autor: Redaktion PrevNet. Veröffentlicht am 3. Oktober 2026, letzte inhaltliche Prüfung durch die Redaktion am 3. Oktober 2026. Eine medizinische Fachprüfung durch externe Expertinnen oder Experten hat für diesen Artikel noch nicht stattgefunden.
Fragen, die oft gestellt werden
Werden meine Antworten gespeichert?
Nein. Der Test wird vollständig in Ihrem Browser ausgewertet. Ihre Antworten werden weder gespeichert noch an PrevNet oder Dritte übertragen. Auch die Webanalyse erfasst keine Antworten oder Ergebnisse. Wenn Sie die Seite schließen oder neu laden, sind die Antworten weg.
Was ist der AUDIT?
AUDIT steht für Alcohol Use Disorders Identification Test. Der Fragebogen wurde im Auftrag der Weltgesundheitsorganisation entwickelt und wird weltweit in Arztpraxen, Kliniken und Beratungsstellen eingesetzt, um riskanten und schädlichen Alkoholkonsum zu erkennen. Er besteht aus zehn Fragen zu Trinkmenge, Kontrolle und Folgen.
Kann der Test eine Alkoholabhängigkeit feststellen?
Nein. Der AUDIT ist ein Suchinstrument, keine Diagnose. Ein hoher Wert ist ein deutlicher Hinweis, dass ein Gespräch mit einer Ärztin, einem Arzt oder einer Suchtberatungsstelle sinnvoll ist. Ob eine Abhängigkeit vorliegt, lässt sich nur in einem persönlichen Gespräch klären.
Was zählt als ein Glas?
Gemeint ist ein Standardglas. In der deutschen Fassung des Tests entspricht ein Glas etwa 0,33 Liter Bier, 0,25 Liter Wein oder Sekt oder 2 Zentiliter Spirituosen. Größere Gläser, starke Biere oder selbst gemischte Getränke zählen entsprechend mehr.
Was soll ich tun, wenn mein Ergebnis hoch ist?
Sprechen Sie mit Ihrer Hausarztpraxis oder einer Suchtberatungsstelle, die Beratung ist kostenlos und vertraulich. Wenn Sie beim Verzicht Zittern, Schwitzen oder Unruhe bemerken, hören Sie bitte nicht allein und plötzlich auf, sondern lassen Sie sich ärztlich begleiten, denn ein unbegleiteter Alkoholentzug kann gefährlich sein.
Ein ehrlicher Blick ist der erste Schritt.
Suchtberatungsstellen sprechen mit Ihnen über Ihr Ergebnis, kostenlos und vertraulich. Die Angebote stammen von externen Trägern.