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Süchte im Überblick: Substanzen, Verhalten und Hilfe

Sucht hat viele Gesichter: Alkohol, Drogen und Medikamente, aber auch Glücksspiel, Smartphone, Arbeit oder Sport. Hier finden Sie alle Themen auf PrevNet und das, was sie verbindet.

Wer an Sucht denkt, hat oft ein bestimmtes Bild vor Augen: Heroin, Bahnhofsviertel, Verfall. Die Wirklichkeit ist vielfältiger. Die meisten Menschen mit einer Suchterkrankung sind abhängig von Nikotin, Alkohol oder Medikamenten, und viele Abhängigkeiten kommen ganz ohne Substanz aus. Diese Seite gibt einen Überblick über alle Themen auf PrevNet, erklärt, was Süchte verbindet und worin sie sich unterscheiden, und zeigt, wo Hilfe beginnt.

Alle Themen

Alle Themen auf einen Blick

Jede Seite erklärt, woran man ein Problem erkennt, welche Risiken bestehen, welche Behandlung es gibt und wo externe Hilfe zu finden ist. Wer wissen will welche Seite zur eigenen Frage passt, findet hier den Einstieg.

Alkohol

Illegale Drogen

  • DrogensuchtÜberblick über illegale Substanzen, Risiken und Hilfe.
  • CannabisWirkung, Risiken für junge Menschen und Rechtslage seit 2024.
  • Kokain und CrackVom Partykonsum bis zur Abhängigkeit, Herz und Psyche.
  • AmphetamineSpeed und Methamphetamin im Vergleich.
  • Crystal MethWirkung, körperlicher Verfall und der lange Weg aus der Sucht.
  • MDMA und EcstasyÜberhitzung, Mischkonsum und Folgen für die Stimmung.
  • OpioideGemeinsamkeiten von Heroin, Schmerzmitteln und synthetischen Opioiden.
  • HeroinAbhängigkeit, Überdosierung, Substitution und Diamorphin.
  • Fentanyl und NitazeneSynthetische Opioide und warum schon Krümel tödlich sein können.
  • LachgasWarum der kurze Rausch Nerven und Rückenmark schädigen kann.
  • KetaminNarkosemittel, Partydroge und die Folgen für die Blase.
  • GHB und GBLLiquid Ecstasy, Bewusstlosigkeit und ein gefährlicher Entzug.
  • HHC und neue CannabinoideHalbsynthetische Stoffe aus dem Graubereich.
  • KratomPflanzliches Opioid mit Abhängigkeitspotenzial.
  • PoppersKurzer Rausch, Kreislauf und Augenschäden.

Medikamente

  • MedikamentenabhängigkeitWie Schlaf-, Beruhigungs- und Schmerzmittel abhängig machen.
  • BenzodiazepineBeruhigungsmittel, Gewöhnung und ein Entzug nur mit Ärztin oder Arzt.
  • TilidinOpioid-Schmerzmittel, das unter Jugendlichen kursiert.
  • TramadolSchmerzmittel mit Abhängigkeitspotenzial und Wechselwirkungen.
  • PregabalinVom Epilepsie- und Schmerzmittel zum Missbrauchsmittel.
  • Codein und LeanHustensaft als Droge und warum er so gefährlich ist.
  • Nasenspray-AbhängigkeitAbschwellende Sprays und der Weg zurück zu freier Nase.

Nikotin und Tabak

Glücksspiel und Geld

Digitale Medien

Weitere Verhaltenssüchte

Essstörungen

  • EssstörungenMagersucht, Bulimie und Binge-Eating erkennen und Hilfe finden.

Querschnittsthemen

Was alle Süchte verbindet

So unterschiedlich die Auslöser sind, die Muster ähneln sich. Im Zentrum steht das Belohnungssystem des Gehirns, das mit dem Botenstoff Dopamin arbeitet. Es sorgt normalerweise dafür, dass wir Dinge wiederholen, die gut für uns sind: essen, trinken, Nähe, Erfolg. Drogen, aber auch bestimmte Verhaltensweisen aktivieren dieses System besonders stark und schnell. Mit der Zeit lernt das Gehirn, die Substanz oder das Verhalten als überlebenswichtig zu bewerten. Andere Belohnungen verlieren an Reiz.

Daraus ergeben sich die typischen Merkmale einer Sucht, die Fachleute bei fast allen Formen wiederfinden: ein starkes, oft quälendes Verlangen, das Craving; der Kontrollverlust über Beginn, Menge oder Ende; die Vernachlässigung anderer Interessen und Pflichten; und das Weitermachen, obwohl die Folgen längst sichtbar sind. Bei Substanzen kommen häufig Toleranzentwicklung und körperliche Entzugssymptome hinzu. Bei Verhaltenssüchten zeigen sich Unruhe, Gereiztheit und Niedergeschlagenheit, wenn das Verhalten nicht möglich ist.

Wichtig ist auch, was eine Sucht nicht ist: kein Charakterfehler und keine Frage mangelnder Willenskraft. Sucht ist eine anerkannte Erkrankung, die sich behandeln lässt. Menschen die ihr Verhalten nicht mehr steuern können, brauchen Unterstützung, keine Schuldzuweisungen. Ausführlich erklärt das die Glossarseite Abhängigkeit.

Substanzen und Verhaltensweisen

Die Weltgesundheitsorganisation ordnet Suchterkrankungen in ihrem Klassifikationssystem ICD-11 in zwei große Gruppen. Die substanzbezogenen Störungen umfassen Alkohol, Nikotin, Cannabis, Opioide, Stimulanzien wie Kokain und Amphetamine, Beruhigungsmittel, Halluzinogene und weitere psychoaktive Stoffe. Die zweite Gruppe sind Störungen durch Verhaltensweisen. Ausdrücklich als Sucht anerkannt sind dort bisher die Glücksspielstörung und die Computerspielstörung.

Andere Verhaltensweisen sind fachlich umstrittener. Zwanghaftes Sexualverhalten hat die WHO als Impulskontrollstörung aufgenommen, nicht als Sucht. Kaufsucht, Arbeitssucht, Sportsucht oder die exzessive Nutzung sozialer Medien sind keine eigenständigen Diagnosen, werden in der Forschung aber zunehmend als suchtähnlich beschrieben. Für die Betroffenen ist diese Einordnung im wesentlichen zweitrangig. Wer seine Kaufimpulse nicht mehr kontrollieren kann und sich verschuldet, leidet, ob das Problem nun Sucht oder Impulskontrollstörung heißt. PrevNet behandelt deshalb auch diese Themen ausführlich.

Eine Sonderstellung haben Essstörungen. Magersucht, Bulimie und Binge-Eating werden umgangssprachlich oft als Sucht bezeichnet und teilen tatsächlich einige Merkmale, etwa Kontrollverlust und Zwanghaftigkeit. Fachlich sind sie aber eigenständige psychische Erkrankungen mit eigener Behandlung. Die Seite Essstörungen erklärt die Unterschiede und nennt spezialisierte Anlaufstellen.

Wie Sucht entsteht

Niemand nimmt sich vor, süchtig zu werden. Sucht entsteht im allgemeinen schleichend aus einem Zusammenspiel dreier Bereiche: der Person, der Substanz oder dem Verhalten und dem Umfeld. Zur Person gehören genetische Veranlagung, Persönlichkeit und psychische Gesundheit. Menschen mit Ängsten, Depressionen, ADHS oder belastenden Erfahrungen in der Kindheit sind deutlich häufiger betroffen, weil Substanzen und bestimmte Verhaltensweisen kurzfristig Erleichterung verschaffen.

Bei der Substanz oder dem Verhalten zählen Wirkstärke, Geschwindigkeit und Verfügbarkeit. Was schnell und stark wirkt, macht leichter abhängig. Deshalb sind Crack und Crystal Meth so gefährlich und Glücksspielautomaten mit schneller Spielfolge riskanter als die wöchentliche Lottoziehung. Zum Umfeld gehören Familie, Freundeskreis, Arbeitsbedingungen, Werbung, Preise und gesellschaftliche Normen. Wer zum ersten mal Alkohol in einer Familie erlebt, in der viel getrunken wird, lernt andere Muster als jemand aus einem zurückhaltenden Elternhaus.

Diesen Risikofaktoren stehen Schutzfaktoren gegenüber: stabile Beziehungen, die Fähigkeit, mit Stress umzugehen, ein gutes Selbstwertgefühl und Menschen, mit denen man über Probleme sprechen kann. Genau hier setzt Suchtprävention an. Sie ist umso wirksamer, je früher sie beginnt.

Fließende Grenzen

Zwischen unbedenklichem Konsum, riskantem Konsum und Abhängigkeit gibt es keine scharfe Linie. Die meisten Menschen, die Alkohol trinken oder Computerspiele spielen, werden nie abhängig. Ob sich ein Muster zum Problem entwickelt, zeigt sich ob andere Lebensbereiche darunter leiden und ob die Kontrolle schwindet. Bei illegalen Drogen und vielen Medikamenten ist bereits der Einstieg mit erheblichen Risiken verbunden.

Auch zwischen den Süchten gibt es Übergänge. Viele Menschen konsumieren mehrere Substanzen, entweder gleichzeitig oder abwechselnd. Dieser Mischkonsum ist besonders gefährlich und an den meisten Drogentodesfällen beteiligt. Andere verlagern ihre Sucht: Wer mit dem Trinken aufhört, beginnt des öfteren mehr zu rauchen, zu spielen oder zu arbeiten. Und häufig treten Sucht und andere psychische Erkrankungen zusammen auf. Die Frage ob die Depression zur Sucht geführt hat oder umgekehrt, lässt sich oft nicht klar beantworten; behandelt werden müssen beide.

Im übrigen gilt: Sucht betrifft nie nur die Person selbst. Partner, Eltern und vor allem Kinder sind mitbetroffen. Für sie gibt es eigene Angebote, die auf den Seiten Angehörige und Kinder suchtkranker Eltern beschrieben sind.

Wo Hilfe beginnt

Für alle Formen von Sucht gibt es in Deutschland ein gut ausgebautes Hilfesystem: Suchtberatungsstellen, Onlineberatung, Telefonberatung, Selbsthilfegruppen, Kliniken für Entzug und Entwöhnung, substituierende Praxen und spezialisierte Ambulanzen für Verhaltenssüchte. Der Einstieg ist einfacher, als viele denken. Entscheidend ist ob jemand den ersten Schritt macht, nicht, ob er schon weiß, wie das Problem heißt.

Die Seite Hilfe finden erklärt, welches Angebot zu welcher Situation passt. In akuten Notlagen helfen der Notruf 112 und der ärztliche Bereitschaftsdienst 116 117, wie auf der Seite Notfall beschrieben. Fachbegriffe aus Beratung und Behandlung erklärt das Suchtglossar.

Quellen und Stand

  1. WHO: ICD-11, Disorders due to substance use or addictive behaviours (Einordnung von Substanz- und Verhaltenssüchten)
  2. Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen: Süchte (Überblick über Suchtformen in Deutschland)
  3. BIÖG: Suchtvorbeugung (Prävention und Telefonberatung)
  4. Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen: Suchthilfeverzeichnis (Beratungsstellen in Ihrer Nähe)

Autor: Redaktion PrevNet. Veröffentlicht am 3. Oktober 2026, letzte inhaltliche Prüfung durch die Redaktion am 3. Oktober 2026. Eine medizinische Fachprüfung durch externe Expertinnen oder Experten hat für diesen Artikel noch nicht stattgefunden.

Häufige Fragen

Fragen, die oft gestellt werden

Wie viele Arten von Sucht gibt es?

Eine feste Zahl gibt es nicht. Fachlich unterscheidet man substanzbezogene Süchte, etwa nach Alkohol, Nikotin, Medikamenten oder illegalen Drogen, und Verhaltenssüchte wie Glücksspiel oder Computerspiel. Daneben gibt es Verhaltensweisen, die suchtartig verlaufen können, aber nicht als eigene Diagnose anerkannt sind, zum Beispiel Kaufsucht oder Arbeitssucht. PrevNet behandelt sie alle, weil Menschen unter ihnen leiden, unabhängig von der Diagnosesystematik.

Was ist die häufigste Sucht in Deutschland?

Gemessen an der Zahl der Betroffenen sind es die Nikotin- und die Alkoholabhängigkeit, gefolgt von der Medikamentenabhängigkeit. Illegale Drogen und Verhaltenssüchte betreffen weniger Menschen, haben für die Betroffenen aber oft ebenso schwere Folgen.

Kann man von einer Sucht in die nächste rutschen?

Ja, das kommt vor. Wer eine Sucht überwunden hat, ist nicht automatisch vor anderen geschützt, weil die zugrunde liegenden Belastungen weiter bestehen können. Fachleute sprechen von Suchtverlagerung. Eine Behandlung, die auch die Ursachen in den Blick nimmt, senkt dieses Risiko.

Ist eine Verhaltenssucht weniger ernst als eine Drogensucht?

Nein. Glücksspielsucht etwa führt häufig zu hohen Schulden, zerbrochenen Familien und Suizidgedanken. Verhaltenssüchte verändern das Belohnungssystem im Gehirn ähnlich wie Substanzen. Der Unterschied liegt vor allem darin, dass keine Substanz beteiligt ist und deshalb kein körperlicher Entzug im engeren Sinn auftritt.

Wo fange ich an, wenn ich nicht weiß, welche Sucht es ist?

Bei einer Suchtberatungsstelle. Dort müssen Sie nicht wissen, wie Ihr Problem heißt. Die Fachkräfte helfen, die Situation einzuordnen, und vermitteln bei Bedarf an spezialisierte Angebote. Die Beratung ist kostenlos und vertraulich.

Nächster Schritt

Egal, welche Sucht: Sie müssen das nicht allein lösen.

Beratungsstellen helfen bei jeder Form von Sucht, auch wenn noch unklar ist, wie das Problem heißt. Die Angebote stammen von externen Trägern.